Prävention ist und soll bunt sein
- Thomas Steffen

- 7. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Die Schweiz verfügt über eine ausgezeichnete medizinische Versorgung. Wenn Menschen krank werden, können wir sie auf sehr hohem Niveau behandeln. Gleichzeitig stellt sich aber eine grundlegende Frage: Ist unser Gesundheitswesen zu stark auf Reparaturmedizin ausgerichtet?
Darüber durfte ich mit dem Fachmagazin «Wirkstoff», dem offiziellen Magazin des Schweizerischen Drogistenverbandes, sprechen.
Wir reparieren auf Weltniveau
Behandlungen lassen sich in unserem System vergleichsweise klar abrechnen. Für viele Leistungen der Prävention und Gesundheitsförderung fehlen dagegen geeignete Tarife oder eine nachhaltige Finanzierung.
Besonders problematisch ist, dass bei Spardruck oft zuerst bei der Prävention gekürzt wird. Solche Einsparungen können jedoch bereits mittelfristig zu höheren Kosten führen. Denn Krankheiten, die verhindert oder früh erkannt werden könnten, müssen später aufwendiger behandelt werden.
Eine stärkere Präventionskultur könnte deshalb nicht nur viel menschliches Leid, sondern auch erhebliche Kosten vermeiden.
Prävention ist eine gemeinsame Aufgabe
Prävention ist nicht die Aufgabe einer einzelnen Berufsgruppe. Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen, Apothekerinnen und Apotheker, Therapeutinnen und Therapeuten, Fachpersonen aus Beratung, Bildung und Sozialarbeit sowie viele weitere Berufsgruppen können dazu beitragen, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu verhindern.
Auch Drogistinnen und Drogisten spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sind niederschwellig erreichbar, geniessen Vertrauen und stehen im direkten Kontakt mit Menschen, die Rat zu alltäglichen Gesundheitsfragen suchen.
Dabei geht es längst nicht nur um Produkte. Themen wie Schlaf, Stress, psychische Gesundheit, Bewegung oder gesundes Altern verlangen eine fachlich fundierte, verständliche und glaubwürdige Beratung.
Informieren, ohne zu bevormunden
Gute Prävention darf nicht moralisieren. Sie soll Menschen unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen und gesundes Verhalten im Alltag zu erleichtern.
Vertrauen ist dabei entscheidend. Wer gute Informationen vermittelt, ohne zu drängen oder zu bevormunden, erreicht oft mehr als mit Warnungen und Verboten allein.
Prävention muss deshalb weder trocken noch freudlos sein. Prävention ist und soll bunt sein.
Herzlichen Dank an Désirée Klarer und die Redaktion von «Wirkstoff» für das anregende Gespräch.
Das vollständige Interview ist hier verfügbar:



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